Prithu Sanyal

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  • Epische Vereinigung

    Es ist lange her, dass ich zu Sara gegangen bin,
    habe Saras Ruf nicht mehr beantworten können, und doch
    bleibt die Erinnerung an eine Nacht,
    die Erinnerung an eine Vereinigung.
    Auf dem Höhepunkt jener Vereinigung, wenn ein Mann die Welt vergisst,
    sah ich Sara in die Augen
    und sagte, ich liebe dich.
    Als Misstrauen und ihre klugen Lider zuckten,
    korrigierte ich mich, änderte meine Worte.
    Nein, ich liebe die Vereinigung, deine Vereinigung.
    Jene Vereinigung, von der unsere Väter, Großväter, Urgroßväter
    tausend Jahre lang träumten und träumend starben.
    Erst als jene Vereinigung ihre Erfüllung fand, verliebte ich mich in Sara.
    Ich bin kein Gott, höchstens ein Vishwamitra.
    Es ist lange her, dass ich zu Sara gegangen bin,
    habe Saras Ruf nicht mehr beantworten können, und doch
    bleibt die Erinnerung an eine Nacht,
    die Erinnerung an eine Vereinigung.
    Die Erinnerung an eine epische Vereinigung.

  • Das Heilige Gesicht

    Ihr geheiligtes Gesicht —
    an irgendeinem schönen Fluss, in einem Leben,
    war ich ihm begegnet,
    wie ein einsamer Star, oder einer, der wandernd mit sich selbst spricht.
    Wie das Quaken, das ein Frosch im Tümpelwasser seinem eigenen Quaken zurückruft.
    Genau so war ich ihr begegnet.
    Ich war ihr unter irgendeinem Shimul-Baum begegnet,
    getragen auf den Flügeln dichten Nebels, im Tau einer unbekannten Morgendämmerung.
    Wo plötzlich am Ufer des Haor ein nacktes Kind erscheint,
    das unter dem Hijol-Baum ihr geheiligtes Gesicht trägt, ihr schlichtes Lächeln.
    Ich war ihr begegnet
    am Rand irgendeines unbekannten Dorfes, im dämmernden Feld,
    mit den quakenden Enten, die auf den Ruf eines jungen Mädchens heimkehren.
    Unter einem Himmel voll tiefen Rosenlichts,
    wie das Dach einer Sandbank am Lakha- oder Rongia-Fluss,
    wenn die Bambusblätter raschelnd mit dem Wind sprechen.
    Ich war ihr begegnet an einem Monsun-Abend
    auf einem Weg, begraben unter Kadam-Blüten.
    Und tausend Jahre lang bleibt ihr geheiligtes Gesicht
    wach, über dieser weiten Erde.

  • Auf Nimmerwiedersehen

    Du bist nicht mein Typ,
    Nein.
    Das stimmt nicht.
    Du bist wirklich
    nicht dieser Typ.
    Welcher
    bislang unbekannt ist.
    Leb wohl,
    für immer.

  • An Susmita

    Ich erinnere mich an Susmita,
    in deren unschuldiges Gesicht ich, unverwandt,
    jahrhundertelang, tausend Jahre lang
    hätte blicken sollen.
    Plötzlich
    sehe ich heute auf ihrem Gesicht
    hat sich Dunkelheit gesammelt.
    Fort ist
    jener makellose Glanz.
    Ein Schatten ist dort gefallen —
    die Kralle der Eifersucht.

  • Dein Balkon

    Es gibt doch
    noch viele weitere Balkone in dieser Stadt.
    Es gibt
    schöne Frauen mit offenem Haar auf jenen Balkonen.
    Im brautschau-artigen Abendlicht
    blicken auch sie zur Straße.
    Und doch!
    Nicht ein einziges Mal
    spähe ich zu ihren Balkonen,
    oder zu jenen!
    Warum ist es
    allein dein Balkon,
    auf den meine Augen immer wieder fallen!

  • Labonya

    It was said
    that holding Labonya’s hand
    I would cross forests,
    one after another.
    And I, all alone,
    keep staring
    at my own pitiful eyes,
    unmoving.

  • Eliza, Meine Geliebte

    Ich starre immer wieder in Elizas Augen,
    reibe meine Lippen an ihren Lippen.
    In dieser Stadt bleibt mir, zu ihr zu gehen,
    der einzige Ausweg.
    Zumindest für jemanden,
    der so arbeitslos und beschäftigungslos ist wie ich.
    Elizas Preis ist sehr niedrig,
    nur zwanzig Euro.
    Für zwanzig Euro eine Frau,
    ein Frauenkörper.
    Die Bedingung mit Eliza war,
    keinerlei Eindringen,
    nur äußere Berührung, Zunge und Lippen.
    Oder gegenseitiges Reiben.
    Und doch,
    Eliza.
    Entblößt sich,
    vollkommen unbekleidet.
    Zieht, eins nach dem anderen, all ihre Unterwäsche aus.
    Und
    löst alles an mir.
    Ich bin, wieder und wieder, erstaunt.
    Selbst Prostituierte küssen, sobald es zum Eindringen kommt,
    nicht mehr die Lippen.
    Und doch,
    Eliza.
    Küsst meine Lippen,
    zieht mich in eine Umarmung,
    als wäre ich der Geliebte hundert vergangener Leben.
    Ich verliere mich,
    einmal Geliebter,
    einmal Kunde,
    streiche mit der Hand
    über Elizas Brust und ihr Geschlecht.
    Und doch,
    Eliza.
    Bleibt für mich eine Straßendirne,
    die man
    für zwanzig Euro haben kann.
    Und doch,
    Eliza.
    Verlangt beim Gehen fünf Euro mehr.
    Unter der Bedingung,
    dass es beim nächsten Mal
    für zehn Euro erledigt sei.
    Ich starre
    weiter in Elizas Augen.
    Mit einem Meer der Sehnsucht in mir
    sehe ich dort nur Leere.
    Nein.
    Dort ist keine Liebe,
    dort ist kein Verlangen.
    Keine Liebe.
    Kein Geliebter, keine
    Sehnsucht eines Mannes.
    Ich kehre zurück,
    die Verzweiflung tragend,
    kein Geliebter, kein Mann gewesen zu sein.

  • Vereinigung

    Wir werden zueinanderfinden,
    immer wieder.
    Und doch
    wird unsere Vereinigung
    niemals geschehen.

  • Es Geht Schon Irgendwie

    Es ist nicht so,
    dass mich jemand gefragt hätte,
    wie es mir geht.
    Und doch will ich es sagen,
    will es ihr mitteilen,
    Anindita mitteilen.
    Ihre eigene, mir beigebrachte Redewendung,
    „Es geht schon irgendwie.“
    Ja,
    es geht schon irgendwie.
    Glaub mir,
    glaub mir, Anindita.
    Es geht schon irgendwie.
    Nur, ohne zwei Schlaftabletten
    kommt heutzutage kein Schlaf mehr.

  • Khadijatul Kobra

    Still, let Anindita’s word prove true,
    let her wish come true.
    Let one more name
    be added to Prithu’s list of exes.
    Let the name Khadijatul Kobra be added.
    To a list of a thousand, countless exes,
    what harm is there in one more name!
    So what,
    an Islamic name entering an atheist’s list of exes.
    What harm does that do!
    Does love change because of it!
    Prithu loves her too.
    The one who said, only after praying five times a day
    would love, or love’s full measure, come to pass.
    And who, if she wore a cap on her head, beads in her hand,
    thought love might be found!
    After countless attempts,
    does a person really change!
    Does the man change,
    or the human,
    who seeks love in a woman’s heart!
    Or
    does her word change,
    the one who said,
    even being your ex is good fortune!