Prithu Sanyal

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  • An Dich

    In einem Leben lässt sich doch
    so vieles
    werden,
    tun.
    Aber dich —
    kann man dich haben!!

  • Komm Nicht Zurück

    Nein.
    Komm nicht zurück.
    Lass es nicht zurückkommen.
    Lass es bleiben.
    Lass es liegen, verstaut im Regal.
    Sorgsam bewahrt, ein kleines Stück
    Herzschmerz.
    Wozu noch nötig,
    uns in Versprechen von
    Romantik oder Liebe zu binden
    und die Last zu tragen,
    gekettet zu bleiben!
    Suche du lieber nie
    danach,
    und auch ich werde
    nicht mehr suchen
    nach der Kreuzung unserer Nachrichten.
    Nur soll bekannt sein.
    Wir waren einander etwas, einst,
    einst, von Liebe.

  • Es Gab So Vieles Zu Tun

    — Prithu Sanyal.
    Es gab so vieles zu tun,
    Hausaufgaben waren zu erledigen,
    ein paar E-Mails.
    Ein, zwei herrenlose Gedichte
    sollten geschrieben werden.
    Es war die Rede davon, eine Geschichte zu schreiben,
    deine und meine Geschichte.
    Es gab so vieles zu tun,
    stundenlang
    mit dir zu sprechen.
    Gespräche.
    Nichts wird getan,
    und doch verstreicht die Zeit.
    Nichts wird getan,
    alles bleibt,
    genau gleich.
    Wie zuvor.
    Ich laufe vor allem davon,
    laufe davon vor der Liebe,
    vor der Ehe.
    Vor dem Leben.
    Nichts wird überhaupt getan.
    Und doch
    gab es so vieles zu tun.

  • Ewigkeit

    Seit dem letzten Gespräch mit ihr
    sind viele schlaflose Stunden vergangen.
    Die Sterne haben ihre Achse verschoben,
    mehrere Geburten sind vergangen. Wiedergeburten.
    In jenem Leben, in dem es Liebe gab,
    in dem es so viele erfüllte Träume gab,
    in dem es jene erlesene Zeit gab,
    da zwei Seelen einander nahekamen, nahe blieben.
    Seit dem letzten Gespräch mit ihr
    suchen Väter, Großväter, über Generationen hinweg,
    rastlos,
    jene Stunde, sich gegenüberzusitzen.
    Wie grausam!
    Die Zeit zieht weiter, ihre grausame Wirklichkeit tragend.
    Ewigkeit.
    Jene Stunde kommt nicht.
    Die Ewigkeit vergeht.

  • Hand In Hand Gehalten

    Oder
    jene Hand Suhanas,
    leise, wie Rakhis Hand,
    die in der stillen Arbeitsstube meine Hand gehalten hatte,
    gezogen von der verbotenen Frucht der Liebe.
    Oder
    Popi, Rakhi, Bonna oder Ananya.
    Eine nach der anderen, all meine Geliebten, oder
    Liebhaber mit traumzeigenden Augen,
    gezeichnet vom Kummer im Blick ihrer Geliebten,
    klopfen heute an
    im bezaubernden Hafen der Erinnerung.
    Wie ein steuerloses Schiff.
    Oder
    Aninditas Hand, gezeichnet in der Papierlaterne der Vorstellung.
    Sie kommt noch heute, noch heute so wahr zurück
    wie die Wirklichkeit selbst.
    Oder
    Susmitas Hand kommt mir zurück.
    Die zu halten ich versprach,
    eines Tages, in einem Gedicht.
    In Gedichten sind vergangen
    unzählige schlaflose Nächte.
    Oder
    ich starre unverwandt auf ein Foto,
    im Glauben, dass es eines Tages wahr wird —
    deine Hand, gehalten in meiner.

  • Frauenduft

    Als ich näherkommen wollte,
    berührten meine Nase, mein Mund, meine Augen
    Shah Guftas weiche Brust.
    Nur so viel.
    Seltsam! Seltsam! Eine seltsame Berührung.
    Ein ganzes Leben ist vergangen, und doch
    ist diese Berührung, dieser Duft
    nie zurückgekehrt, nie zurückgekehrt,
    jene Sehnsucht zu versinken.
    Shah Gufta.
    Weiß sie es!
    Noch immer suche ich diese Berührung,
    diesen Duft.
    Die, die mir zuerst
    in diesem Leben eine Frauenseele, einen Frauenduft einwob.

  • Der Frommler

    Ihr werdet mit den Bangal-Leuten eine Orgie veranstalten,
    das heißt, eine Massenkopulations-Veranstaltung.
    Und zur Eröffnung wird der Bangal verkünden,
    „Nun wird eine Rezitation aus dem heiligen Koran dargeboten.“

  • Lass Es Fließen

    Mögen, danach, tausend Jahre verstreichen.
    Möge die Jamuna weiterfließen,
    moege es ein Meer aus Lotos geben.
    Den verlorenen Korb des Staunens tragend,
    moegen weitere tausend Jahre vergehen,
    moege verbotene Liebe und reine Liebe
    über die Erde fließen.
    Lass es fließen.
    Lass es fließen, tausend Jahre
    Maschine, Teich der Qual.
    Mögen die Väter sterben,
    die Großväter und Urgroßväter.
    In ihre Welt des Staunens moege fließen
    Leid, oder abscheuliche Sterne.

  • Für Noch Ein Gedicht

    Für Noch Ein Gedicht

    Kommt nun, ihr Sorgen, eine nach der anderen,
    lasst mich das Fenster öffnen und sehen
    eure vielen trauernden Gesichter.
    .
    Müde vom Anblick glücklicher Gesichter
    sind meine Augen erschöpft —
    o Sorgen, vergeudet keine Zeit mehr.
    .
    Weicht zurück, Küsse der Geliebten,
    überdrüssig nun des Küssens, des Werbens —
    heute brauche ich stattdessen etwas Tadel.
    .
    Kommt langsam, Schatten der Verzweiflung,
    Unrast, geh weit fort,
    lass mich etwas Melancholie arrangieren.
    .
    O Trauernde,
    o ewig Trauernde,
    wie lange schon habe ich euch nicht gesehen!
    Heute brauche ich euch dringend.
    .
    O Unerfülltheiten,
    wo seid ihr?
    Das Gefäß der Erfüllung ist längst voll,
    heute muss dringend das Gefäß der Unerfülltheit gefüllt werden.
    .
    Lieben, geht heute fort,
    das Herz war in letzter Zeit viel zu überschwänglich,
    nun soll etwas Stille kommen.
    .
    O Freunde, bringt eure Messer,
    setzt sie mir in den Rücken —
    wie lange schon habe ich keinen Verräter gesehen!
    .
    Geliebte, lasst meine Hand los,
    ich kann nicht länger festhalten,
    ich brauche jetzt ein wenig Freiheit.
    Meiner Frau sage ich,
    genug der Zärtlichkeit, genug Neckerei und Spiel,
    nun tritt vor zum Streit.
    .
    Alle Sorgen dieses einen Lebens,
    ich bitte euch, mit gefalteten Händen,
    nur um eines weiteren Gedichtes willen,
    tretet noch einmal vor mich hin.

  • Leere

    Doch, alle Türen der Welt verschließend,
    will ich in mir selbst sitzen.
    Jhuti, Bithi, Oditi ausschließend,
    oder die Aninditas, und ihre
    Liebe.
    Ausschließend alle
    Zauberformeln, Ratschläge oder Qualen in meinem Kopf.